Backups für Fotografen – Datensicherung leicht gemacht

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Technik ist faszinierend. Wir beobachten ein exponentielles Wachstum der Daten, die wir speichern und bewegen. Im Jahr 2025 wird die jährlich generierte Datenmenge weltweit auf 175 Zettabyte geschätzt – fünf mal so viel wie noch im Jahr 2018. Die Technik schreitet auch im Bereich der Fotografie voran: Mittlerweile kann ein Foto im RAW-Format mehrere 100 Megabyte groß sein. Und das sogar im Hobbybereich. Wohin also mit den ganzen Daten? Als Fotograf produziert man jährlich mehrere Terabyte, die dann an den verschiedensten Orten verteilt gespeichert werden. Der Markt bietet hierzu die unterschiedlichsten Möglichkeiten für Backups: Cloud-Speicherung, externe Festplatten oder sogar die große SSD im Laptop? Welche Risiken es bei Backups zu beachten gibt und welche Optionen es gibt, möchte ich in diesem Artikel aufführen.

Datensicherung: Risiken, Optionen und Empfehlungen

Welche Daten sichert man als Fotograf?

Fotografen bewegen sich in verschiedenen Tätigkeitsfeldern. Hochzeitsfotografen haben nach einem Shooting meist einen hohen vierstelligen Betrag an Fotos auf ihren Speicherkarten. Landschaftsfotografen eher nicht, da sie oft auf einen bestimmten Moment warten, den sie aufnehmen möchten. Dennoch empfiehlt sich ein Backup für die folgenden Daten:

  • Alle Fotos: RAW-Dateien, entwickelte Fotos, Fotos aus Kundenaufträgen und Fotos aus der Freizeit.
  • Kataloge: Tools wie Lightroom haben einen Katalog im Hintergrund, der nahezu alles speichert, was im Tool getan wird. Meist ist dieser in einem Verzeichnis auf dem Computer abgelegt.
  • Alle Art von Verträgen, Datenschutzerklärungen, Rechnungen, Angeboten, …
  • E-Mails, die einen wichtigen Gesprächsverlauf dokumentieren, z. B. Kundenanforderung.
  • Blog-Beiträge, Templates, Layouts und alle Vorlagen.

Oft ist die Verwahrung von Fotos im B2B-Bereich vertraglich an eine bestimmte Dauer geknüpft, umso wichtiger ist es, ein zuverlässiges Backup zu haben. Zu bestimmen, welche Daten tatsächlich gesichert werden müssen, erleichtert die Suche nach einer geeigneten Lösung. So unterschiedlich Fotografen sind, unterscheiden sich auch die Anforderungen an ein Backup.

Risiken: Wieso sind Daten gefährdet?

Wieso reicht eine einzelne Datensicherung nicht aus? Auch wenn Technik ausgereift scheint, macht sie dennoch Fehler. Das ist aber nicht alles: Benutzerfehler und Software-Probleme können ebenso großen Schaden anrichten. Die Wahrscheinlichkeiten für das Eintreten von einzelnen Risiken unterscheiden sich stark, wobei eine Wahrscheinlichkeit aber nie bei 0 % liegt. Nachfolgend einige Beispiele für potentielle Risiken:

  • Hardware-Fehler: Das betrifft den PC, den Laptop oder auch externe Festplatten.
  • Benutzerfehler: Hier treten verschiedene Szenarien auf, wie beispielsweise das versehentliche Löschen von Dateien.
  • Verlust oder Diebstahl eines Endgerätes ohne Backup.
  • Außeneinwirkungen: Wasser, Feuer, Sturz, …
  • Software-Fehler: Potentielles Problem zum Beispiel bei Update des Rechners.

Grundsätzlich wird empfohlen, mehrere Backups zu erstellen: „Ein Backup ist kein Backup“. Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle, wie finanzielle Möglichkeiten, Wichtigkeit der Daten oder Zuverlässigkeit des ersten Backups. 

Varianten eines Backups

  • Vollständiges Backup: Jedes Backup wird jeweils mit allen vorhanden Daten erstellt.
  • Fortlaufendes Backup: Das initiale Backup erweitert sich stetig mit neuen Daten.
  • Differenzielles Backup: Geänderte Daten (z. B. Bearbeitete RAW-Fotos) werden getrennt von dem initialen Backup gespeichert.

Backup-Lösungen erklärt

Externe Festplatten

Externe Festplatten sind wohl die beliebteste Backup-Lösung für Fotografen. Hersteller wie SanDisk oder LaCie stellen Festplatten in Kassetten-Größe her, die platzsparend sind, aber dennoch Speicherkapazitäten von bis zu acht Terabyte haben. Heutzutage haben sogenannte SSDs (Solid State Drive) die HDDs (Hard Disk Drive) überholt. Mit der Technologie einer SSD sind Daten zuverlässig gesichert, wobei man hier aber die höheren Preise findet. HDDs sind bei einem Sturz oft nicht mehr zu gebrauchen und haben grundsätzlich eine kürzere Lebensdauer als SSDs.

Beim Kauf einer externen Festplatte zieht man den Standard des Anschlusses in Betracht, je neuer der Standard desto besser. Vor allem muss man die Festplatte aber am eigenen Rechner nutzen können. Wichtig: Zwei Festplatten mit einem redundanten Backup sind eine hervorragende Lösung, um die Risiken zu minimieren.

RAID-System

Ein RAID-System (Redundante Anordnung unabhängiger Festplatten) kann in mehreren sogenannten Leveln ausgeführt werden:

  • Level 0 (nicht zu empfehlen, da Daten verloren gehen können): Es werden zwei Festplatten verwendet, auf denen die Daten aufgeteilt werden. Wenn eine Festplatte keine Funktion mehr hat, gehen Daten verloren, während die andere Festplatte funktionsfähig bleibt.
  • Level 1: Daten werden auf zwei Festplatten gespiegelt, also redundant gehalten.
  • Level 5: Es werden drei Festplatten benötigt, wobei die Daten auf alle Festplatten verteilt werden. Ein sogenannter Paritätswert wird berechnet und gespeichert. Bei Verlust von Daten kann der RAID-Controller durch ein Verfahren verlorene Daten wieder errechnen. Das benötigt Zeit und viel Rechenleistung.

RAID-Systeme gibt es in weiteren Leveln, die mehr Festplatten benötigen und komplexer aufgebaut sind. Hersteller wie Western Digital haben ein breites Portfolio im Angebot, das je nach Anwendungsfall in Anspruch genommen werden kann.

NAS – Network Attached Storage

Ein NAS ist ein Dateiserver, der einfach zu verwalten ist und Speicherkapazität in einem Rechennetz bereitstellt. Das NAS wird hierbei an das lokale Netzwerk geknüpft, wobei mehrere Rechner auf die gespeicherten Daten zugreifen können. Zusätzlich kann auf dem NAS ein RAID-System aufgezogen werden, das flexibel gestaltet werden kann. Ein NAS-System bietet den Vorteil einer stromsparenden Lösung, das aber ohne vernünftigen Aufbau ebenfalls ausfallen kann. Bekannte Lösungen werden von QNap oder Synology angeboten.

Cloud-Speicher

Cloud-Speicher hat sich in den letzten Jahren etabliert und liefert Nutzern eine zuverlässige Möglichkeit Daten zu sichern, ohne selbst im Besitz von Hardware oder Servern zu sein. Meist sind Cloud-Speicher – wenn man sie mit großen Speicherkapazitäten nutzen möchte – an ein Abonnement gebunden, das beispielsweise monatlich bezahlt wird. Für das Hochladen der Daten wird eine stabile und schnelle Internetverbindung benötigt und der Nutzer kann von jedem Endgerät weltweit auf die Daten zugreifen. Beachtet werden muss jedoch der Download von Daten, welche sich in der Cloud befinden. Das erfordert eine Verbindung zum Internet.

Lösungsanbieter sind beispielsweise:

  • Apple iCloud
  • Microsoft OneDrive
  • Dropbox
  • Amazon Cloud Drive
  • MagentaCloud

Tipps & Tricks bei der Sicherung von Daten als Fotograf

  • Backups prüfen: Festplatten, die ein Backup enthalten, sollten regelmäßig überprüft und hardware-bedingt an einen Rechner angeschlossen werden. 
  • Übertragen von Fotos direkt nach dem Shooting: Speicherkarten haben ebenfalls eine begrenzte Lebensdauer. Aus diesem Grund empfiehlt sich das sofortige Backup von Fotos direkt nachdem sie entstanden sind.
  • Verschlüsselung: Externe Festplatten können verschlüsselt bzw. mit einem Passwort versehen werden. Das zeigt seinen Vorteil besonders im Fall von Diebstahl.
  • Reduzierung der allgemeinen Datenmenge: Vielerlei Fotos aus privaten und beruflichen Situationen haben oft keine Verwendung. Das Löschen dieser Fotos sorgt für mehr Speicherkapazitäten auf den Speichermedien.

Ein Backup kann so individuell sein, wie die Arbeit eines Fotografen selbst. Früher oder später wird ein Backup zwingend notwendig, spätestens wenn die interne Festplatte überfüllt ist. In jedem Fall lohnt sich ein Backup, um die Wahrscheinlichkeit für Datenverlust zu minimieren.

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